Trinklied im Mai, D 427

Drinking song in May

(Poet's title: Trinklied im Mai)

Set by Schubert:

  • D 427
    for TTB trio

    [May 1816]

Text by:

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Text written April 1776.  First published late 1776.

Trinklied im Mai

Bekränzet die Tonnen
Und zapfet mir Wein;
Der Mai ist begonnen,
Wir müssen uns freun!
Die Winde verstummen,
Sie atmen noch kaum;
Die Bienlein umsummen
Den blühenden Baum.

Die Nachtigall flötet
Im grünen Gebüsch;
Das Abendlicht rötet
Uns Gläser und Tisch.
Bekränzet die Tonnen,
Und zapfet mir Wein;
Der Mai ist begonnen,
Wir müssen uns freun!

Zum Mahle, zum Mahle,
Die Flaschen herbei!
Zween volle Pokale
Gebühren dem Mai!
Er träuft auf die Blüten
Sein Rot und sein Weiß;
Die Vögelein brüten
Im Schatten des Mais.

Er schenket dem Haine
Verliebten Gesang,
Und Gläsern beim Weine
Melodischen Klang;
Giebt Mädchen und Knaben
Ein Minnegefühl
Und herrliche Gaben
Zum Kuss und zum Spiel.

Ihr Jüngling’, ihr Schönen,
Gebt Dank ihm und Preis!
Lasst Gläser ertönen
Zur Ehre des Mais!
Es grüne die Laube,
Die Küsse verschließt!
Es wachse die Traube,
Der Nektar entfließt!

Es blühe der Rasen,
Wo Liebende gehn,
Wo Tanten und Basen
Die Küsse nicht sehn!
Ihr lachenden Lüfte,
Bleibt heiter und hell!
Ihr Blüten voll Düfte,
Verweht nicht so schnell!

Drinking song in May

Put a garland around the barrels,
And pour me some wine;
May has begun,
We have to enjoy ourselves!
The winds are settling down
And are now hardly breathing;
The little bees are buzzing around
The blossoming tree.

The nightingale is singing
In the green shrubs;
The evening light is giving a red glow
To our glasses and table.
Put a garland around the barrels,
And pour me some wine;
May has begun,
We have to enjoy ourselves!

It is time to eat – to the table –
With your glasses to hand!
A pair of brimming beakers
Is what May deserves.
Let May drip onto the blossoms,
Its red and its white;
The little birds are sitting on their nests
In May’s shadows.

It sends into the grove
A beloved song,
And glasses filled with wine
Have a melodious sound;
It gives girls and lads
A feeling of love,
And magnificent gifts
For kissing and for playing.

You young people, you beautiful people,
Give it thanks and praise!
Let glasses ring out
In honour of May!
Let the foliage turn green,
Seal up the kisses!
Let the grape swell,
Let the nectar flow!

Let the lawn blossom
Where lovers go,
Where aunts and old maids
Cannot see the kisses!
You smiling breezes
Remain cheerful and bright!
You blossoms full of scent
Do not fly off so quickly!



The wine does not seem to be the best quality, since it is kept in barrels or casks and is tapped rather than poured, but that hardly matters on May Day. The poet even avoids the convention of referring to white wine as ‘golden’, partly so that he can link the wine to the red and white flowers that it drops onto, but perhaps also to keep us down to earth. The lack of ambitious poetic imagery even leads to the use of a bad pun: the birds are nesting in May’s shadows / in maize shadows.

Original Spelling

Trinklied im May

Bekränzet die Tonnen, 
Und zapfet mir Wein; 
Der Mai ist begonnen, 
Wir müssen uns freun! 
Die Winde verstummen, 
Und athmen noch kaum; 
Die Bienlein umsummen 
Den blühenden Baum.  

Die Nachtigall flötet 
Im grünen Gebüsch; 
Das Abendlicht röthet 
Uns Gläser und Tisch. 
Bekränzet die Tonnen, 
Und zapfet mir Wein; 
Der Mai ist begonnen, 
Wir müssen uns freun!  

Zum Mahle, zum Mahle, 
Die Flaschen herbei! 
Zween volle Pokale 
Gebühren dem Mai. 
Er träuft auf die Blüthen 
Sein Roth und sein Weiß; 
Die Vögelein brüten 
Im Schatten des Mais.  

Er schenket dem Haine 
Verliebten Gesang, 
Und Gläsern beim Weine, 
Melodischen Klang; 
Giebt Mädchen und Knaben 
Ein Minnegefühl, 
Und herrliche Gaben 
Zum Kuß und zum Spiel.  

Ihr Jüngling', ihr Schönen, 
Gebt Dank ihm und Preis! 
Laßt Gläser ertönen 
Zur Ehre des Mais! 
Es grüne die Laube, 
Die Küsse verschließt! 
Es wachse die Traube, 
Der Nektar entfließt!  

Es blühe der Rasen, 
Wo Liebende gehn, 
Wo Tanten und Basen 
Die Küsse nicht sehn! 
Ihr lachenden Lüfte, 
Bleibt heiter und hell! 
Ihr Blüthen voll Düfte, 
Verweht nicht so schnell!

Confirmed by Peter Rastl with Schubert’s source, Gedichte von L. H. Ch. Hölty. Neu besorgt und vermehrt von Johann Heinrich Voß. Wien, 1815. Bey Chr. Kaulfuß und C. Armbruster. Gedruckt bey Anton Strauß. Meisterwerke deutscher Dichter und Prosaisten. Drittes Bändchen. pages 173-175; with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Carlsruhe, bey Christian Gottlieb Schmieder, 1784, pages 39-41; and with Poetische Blumenlese für das Jahr 1777. Herausgegeben von Joh. Heinr. Voß. Hamburg, bey Carl Ernst Bohn, pages 23-25.

Note: This is the version as published by Voß. The initial version of this poem, according to Hölty’s manuscript, has two more stanzas and is quite different.

To see an early edition of the text, go to page 173 [251 von 300] here: http://digital.onb.ac.at/OnbViewer/viewer.faces?doc=ABO_%2BZ15769170X